Die Meute ist los
Worgen nach vorn, die Wolfsmenschen sollen nun ihre Chance erhalten. Mit einem Charakter aus dem Volk der Worgen lassen sich ganz individuelle Spezialisten formen und wichtige Rollen innehralb der Gruppe übernehmen. Ab sofort ist es möglich in unserer Worgen Übungs- Level- und Dungeon Gruppe mitzuspielen. Entscheide Dich für die Gilde Dreizehn Siegel und forme Deinen Worgen Charakter. Gemeinsam wollen wir durdch das Worgen Startgebiet questen und die neue Rasse möglichst gut kennen lernen. Alle neuen Klassen haben ihre Chance. Erinnert Euch wie es früher war, mit uneren Twinks gingen wir zusammen auf Hogger Raid oder machten die Defias unsicher.
Die neuen Aufgaben löse ich im meinem Worfen Druiden, Wolfmandoc. Wenn Ihr dabei sein wollt sendet mir einfach eine Mai ingame oder chattet mich an. Jeder bekommt sofort einen Gildenwappenrock. Wenn es uns gelingt zusammen etwas zu bewegen, dann wird es auch mit der Gilde bald wieder aufwärts gehen.
Ruf zu den Waffen
Und täglich gehen die Scharmützel weiter, selbst kleinste Gruppen stellen sich komplexen Aufgaben und kämpfen im Namen ihrer Gilden für guten Ruf und den Aufstieg. Auch die Allianz Gilde Dreizehn Siegel möchte sich dem Aufstieg innerhalb der Gilden nicht verweigern. Deshalb suchen wir wieder treue Mitstreiter, die unsere Ziele mit verfolgen oder sogar persönlich Verantwortung in der Gildenführung übernehmen wollen. Unsere Helden, die einst in den Rat der Weisen berufen waren, sind heute noch legendär und zorgen an den Lagerfeuern für genug Erzählungen, die wir nie vergessen werden. Gerade jetzt wollen wir wieder schlagfertige Gruppen in unterschiedlichen Leveln ausbilden. Mit diversen Twinks wollen wir die Geheimnisse des Spiels bis in den letzten Winkel erforschen und die Skillung in allen Klassen maximieren.
Bestimmt haben schon einige daran gedacht in diesem Jahr die neue Rasse der Wolfsmenschen auszuprobieren. Wer daran ein gwsteigertes Interesse hat ist jetzt eingeladen, sich einem kleinen Rudel anzuschliessen. Begleite eine Meute dieser neuen Gruppen mit Deinem Geheul und schlage alle Feinde in die Flucht. Neue Beute wartet in der veränderten Welt auf Euch. Neue Quests bieten reiche Belohnungen. Es wird auch für Dich eine ganz neue Erfahrung sein, innerhalb eines Rudels durch die Lande zu ziehen und Azeroth teilweise ganz neu kennen zu lernen.
Das Mount meiner Hexenmeistrin
Viele Anderungen künnerten sich shon vor der Katastrophe an. Daß Xaranja so direkt einbezogen würde hatte ich allerdings nicht erwartet. Tagelang bemühte ich mich noch die richtigen Questreihe für Düsterbruch zu sammeln und vorzubereiten. Wie immer kam es dann aber viel schneller als erwartet. Es war wie verwunschen und ich fand einfach keine passende Gruppe um die Ini abzuschliessen. Jetzt ist das Addon da und noch so viele Aufgaben sind unerledigt. Speziell der Twink mit der Hexenmeisterin hatte es mir agetan, ihre mächtigen Seuchenzauber waren ganz .schielversprechend. Jetzt hat sie nicht einmal die Spezialquest mit dem Mount geschafft. Keine Sorge liebe Leser, oft genug hab ich bei dieser Quest schon geholfen. Einfach mal abwarten was Blizzard für Pläne mit den Hexenmeistern hat, die noch nicht für das Addon gewappnet sind.
Rock around the Clock
Rock around the Clock war innerhlb der Gilde lange Zeit immer etwas geboten. Sechs Uhr Morgens war es oft früh genug, um die magische Saba oder ihre Twinks zu treffen.Egal ob im Rotkammgebirge oder auf der Scherbeninsel, irgendwo war immer mindestens ein Mitglied der Gilde anzutreffen. Damals konnte auch noch ein gewisser Stolz beobachtet werden, denn viele Mitglieder hatten sich dazu entschlossen mit dem Wappenrock der Gilde bekleidet auf die Jagd nach Abenteuern zu gehen. Das änderte sich erst später in Nordend, als es viele neue Fraktionen gab die einen eigenen Wappenrock anboten. Seit dem Update lohnt es sich endlich im Verbund mit der Gilde das eigene Wappen zu zeigen, also den Gildenwappenrock zu tragen. Der Aufstieg der Gilde macht enormen Spaß und führt wohl wieder dazu, daß sich die Spieler mehr innerhalb ihrer Gilden einbringen. Früher farmten wir zum Beispiel selltene Haustiere gemeinsam, um dann untereinander zu tauschen. Mit der Gilde macht das heute noch viel mehr Spaß, denn die Ausbeute an seltenen Haustieren oder Mounts wird durch den neuen Beruf der Archäologie ist wirklich atemberaubend.
Endlich Gildenruf sammeln
Was ich bisher für den Aufbau der Gilde sehr vermisste ist mit Cataclysm jezt realisiert worden. Wer sich in der Gilde engagiert sammelt automatisch Ruf und kann besondere Belohnungen erhalten. Wie Ihr euch bestimmt noch erinnert, war eine ähnliche Funktion früher im Raidplaner enthalten. Wer dort auf dem Rufkonto genug Punkte sammeln konnte erhielt ebenfalls ausergewöhnliche Belohnungen oder Hilfe beim Berufeskillen in Form von ausreichenden Materialien. Mit der Zeit wird die Gilde immer erfolgreicher und gibt ihren Mitgliedern Sonderboni wie zum Beispiel mehr Ruf beim besiegen von Creaturen. Wenn kleine Gruppen der Gilde regelmäßig gemeinsam questen wird es mit dem Aufstieg der Gilde fast automatisch funktionieren. Sobald Du mit dem eigenen Gildenrock unterwegs bist und den Erfolg “Representant” errungen hast, gibt es für die Erledigung von Quests gelegentlich auch Rufpunkte auf Dein Konto gutgeschrieben.
Erste Worgen gesichtet
Die neue Rasse der Worgen scheint besonders viele Druiden hervor zu bringen. Als ich gestern die ersten Quests in Cataclysm angenommen hatte begegneten mir wiederholt die Wolfsmenschen. Fast entsteht der Eindruck, daß das in Zukunft die Bad Boys im Spiel sein werden. Einen davon werde ich bestimmt auch spielen, sobald mein Main Level 85 erreicht hat.
Die Allianz braucht derzeit meine Hilfe im Rothkammgebirge, Gegener sind die bereits bekannten Gnolle mit niedrigem Level. Zum Aufwärmen ist die Idee ganz nett. Was mir auf gefällt ist das veränderte Gebiet, es ist kleiner geworden, dadurch werden die Quests vermutlich nicht zu den Zeitkillern werden, die wir aus der Vergangenheit schon zur Genüge kennen.
Taktik Updates meiner Accounts und Charaktere
Wie einige von Euch bereits mitbekommen haben sind einige dramatische Umstände eingetreten, die erheblichen Einfluss auf meine Accounts und Charaktere in Verbindung zu Word of Warcraft nehmen. Besonders meine Spieltaktik wird sich nachhaltig verändern. Nach den Gehirnschlägen werde ich das regelmäßige Raiden anderen Spielern überlassen und den Mittelpunkt meines spielenden Hobbies in die Randbezirke von Azeroth verbannen, dort auch meine Taktik überarbeiten und das Spiel nur noch gelegentlich spielen. Tipps und Tricks werdet Ihr weiterhin hier finden und wer sich in die Gilde einbringen möchte ist nach wie vor willkommen. Natürlich hat in der aktuellen Situation auch Murphys Law in voller Strenge zugeschlagen. Wenn etwas schief gehen kann dann geht auch etwas schief. So habe ich für meine vier Spielaccounts die vollautomatische Aboverlängerung aktiviert und bezahle immer im Vierteljahresturnus per Kreditkarte meine Gebühren für das Spiel. Von den möglichen Optionen war das leider die falsche Entscheidung. Damit ich das nächste Mal nicht wieder automatisch mit Kreditrate bezahle wenn die Zeit abgeleaufen ist hab ich mir jetzt eine Variante dazu einfallen lassen. Ich bezahle nur noch mit einer Prepaid Kreditkarte. Dadurch wird keine Zahlung mehr veranlasst, wenn die Kreditkarte leer ist. Leer wird sie automatisch früher oder später. Damit es mehr Spaß macht und auch ein gewisser Kult bewahrt wird entschied ich mich für die Variante mit einer schwarzen Prepaid Kreditkarte. Die schwarze Kreditkarte ist einfach cool.
Seit den Gehirnschlägen ist inzwischen mehr als ein halbes Jahr vergangen und und ich muss mir langsam Gedanken machen wieder in das Berufsleben zurück zu kehren. Damit ich mir alle Optionen offen halten kann werde ich die Werbeflächen der Gilde ausbauen und meine Werbeagentur antreiben. Allein aus diesem Grund werde ich noch oft genug in unsere heiligen Hallen zurück kehren um den einen oder anderen Aufsatz zu verfassen. Die neueste Spielerweiterung mit den neuen Völkern und Berufen wird mich in der nächsten Zukunft ausführlich beschäftigen. Besonders die Chancen, die sich durch die Archäologie ergeben sind schon eine Herausforderung. Als Ergänzung zu meinem Beruf Inschriftenkunde könnten sich einige nette Verzauberungen ergeben.
Naturkatastrophen
unvorbereitet und ohneVorwarnzeit erfolgten Anfang Juli mehrere erhebliche Einschläge in meinem Gehirn und hinterliessen einen Pfad der Zerstörung. Sämtliche Hemisphäre des Schädels sind in Mitleidenschaft gezoge. Viele Wochen war mein Sprachzentrum ausser Funktion und auch heute habe ich noch erheblich Probleme mit Texten und Worten. Meinen Beruf kann ich nur bedingt ausüben, WoW-Spielen erhielt inzwischen einen anderen Stellenwert in meinem Leben und ich nin nur noch sehr selten mit einer meiner Figuren im Spiel. Durch fleissige Sprachübungen und ausgeprägte Gespräche mit meiner Frau beginnen sich nun die Nebel langsam wieder zu lichten. Ob der Spielspaß noch einmal die alten Höhen erklimmen wird ist im Moment völlig offen und bleibt abzuwarten.
Vielen Dank möchte ich an dieser Stelle allen Mitspielern sagen, die das Spiel innerhalb der Gilde immer zu einem besonderen Erlebnis mit mir machten. Viele von Euch werde ich immer in guter Erinnerung behalten. Wo immer es Euch inzwischen hin verschlagen hat. weiterhin viel Spaß und die tollsten Erfolde auf dem Weg durch das Spiel und zukünftige Erweiterungen.
Das Licht segne Euch
Abraxasar
Kapitel 20 – Gefangen in der Vergangenheit
Abraxasar löste in den frühen Abendstunden die Sondersitzung der Dreizehn Siegel auf. Selbst nach Stunden fiel den Mitgliedern keine Lösung ein, um diesen sinnlosen Krieg endlich zu stoppen. Darüber hinaus machten sich viele der Mitglieder über das seltsame Verhalten Vidsyn’s Gedanken. Ohne zu zögern, hätte sie ihre alten Freunde ans Messer geliefert und ihre Vernichtung besiegelt. Es musste einen Grund für ihr Verhalten geben und Gimply war fest davon überzeugt, eben jenen Grund heraus zu finden.
„Abraxasar, mit eurer Erlaubnis würde ich gerne mit Vidsyn sprechen.“, meinte Gimply am Ende der Versammlung. Ihm viel leider nichts besseres ein, als Vidsyn direkt mit ihrer Vergangenheit zu konfrontieren. Abraxasar schaute den Gnom an und schwieg. „Vidsyn hat sich verändert. Ihr gesamtes Verhalten scheint ausgewechselt worden zu sein. Es muss einen Grund dafür geben.“, fügte Gimply hinzu und verschränkte seinen kurzen Arme. Abraxasar nickte dem Gnom zu. „Sei vorsichtig, Gimply. Vidsyn scheint nun in ihrer eigenen Vergangenheit zu leben. Niemand kann sagen, wie sie reagiert. Übereile nichts, mein kleiner Freund.“
Langsam tauchte die hereinbrechende Nacht Darnassus in eine idyllische Stille. Vidsyn saß gemeinsam mit Raven auf dem großen Torbogen von Darnassus. Noch immer hingen dunkle Rauchschwaden über das nicht weit entfernte Dolanaar. Ein scheinbar nicht enden wollendes Feuer tobte in dem einstigen Dorf.
„Was hast du nun vor?“, fragte Raven gedankenverloren. Sein Blick wanderte weit in Teldrassils Wälder hinaus. Vidsyn seufzte und starrte auf das vor ihr liegende Schwert.
„Dieses Schwert…“, begann sie, doch schienen ihr die Worte zu fehlen. „Hast du dich niemals gefragt, warum ich ausgerechnet dich als meinen Chevalier auserwählte?“, fuhr Vidsyn fort und schaute nun zu Raven. Dieser zuckte jedoch nur mit den Schultern. „Bislang habe ich es noch nicht bereut, dass du mich aus dem Nether zurückgeholt hast. Ehrlich gesagt habe ich mir nie darüber Gedanken gemacht.“
Für Vidsyn war Raven nur ein Chevalier, ein Diener, der ihrem Willen unterworfen wurde. Alles würde er für sie tun, nein, er müsste alles für sie tun, so dachte Vidsyn. Doch hatte sie schon seit einer langen Zeit keine direkte Kontrolle mehr auf Raven. Alles änderte sich, als Vidsyn plötzlich ohne jegliche Erinnerungen vor der Abtei im Nordhain erwachte.
Langsam keimten Zweifel in der Schurkin auf. Als sie in Sturmwind ihr altes Schwert zum ersten Mal berührte, kehrte der unvergleichliche Hass auf die Abaddon zurück und in Westfall erinnerte sie sich plötzlich wieder an Raven und das Massaker in Brill. Doch all die Zeit davor, ihr ganzes Leben scheint ausgelöscht zu sein. Nefarian, die schwarzen Drachen, der Grund warum sie so lange Abaddon jagte, sie wusste nichts von alledem. Des weiteren scheinen auch jegliche Erinnerungen an die Dreizehn Siegel verschwunden zu sein. Sie alle schienen ihr so vertraut zu sein, und doch erkennt sie niemanden.
Raven beobachtete die nachdenkliche Schurkin aus dem Augenwinkel und grinste. Er hatte einen Verdacht, warum sie ihn eine so seltsame Frage stellte.
„Ich bin aus freien Stücken zu dir zurückgekommen. Abraxasar erklärte mir, das du eines Tages Ohnmächtig vor den Toren Nordhains gefunden wurdest. Exakt zu dieser Zeit spürte ich, wie die Fesseln in meinem Geist gesprengt wurden. Ich hatte meinen eigenen Willen wieder, nach all der Zeit mit dir war ich wieder Herr über mich selbst.“, erklärte Raven und blickte durch die dichten Baumkronen in den Sternen übersäten Himmel.
„Dann hättest du mich nicht aus diesem Drecksloch in Sturmwind befreien müssen.“, meinte Vidsyn harsch.
„Natürlich nicht. Ich werde es dir niemals verzeihen, das du mich damals in Brill erwürgt hast. Genauso wenig, das du mich nun schon etliche Male vierteilen, verbrennen, erschießen oder ersaufen wolltest. Doch selbst wenn ich nun meinen eigenen Willen wieder habe, so bin und bleibe ich bis zum bitteren Ende dein Chevalier. Außerdem, wenn ich nicht auf dich aufpasse, wer sonst? Ohne mich bist du doch aufgeschmissen.“, erklärte Raven weiter und grinste selbst zufrieden.
Vidsyn verengte ihre Augen. „Habe ich schon mal versucht dich zu erhängen?“, fragte sie Raven leise. Schlagartig wich Raven das Grinsen aus dem Gesicht. Schnell stand er auf und sprang den großen Torbogen hinunter. Vidsyn krallte sich fluchend ihr Schwert und nahm die Verfolgung ihres Chevaliers auf. „Diesmal bring ich dich wirklich um!“, brüllte sie ihm durch die Nacht hinterher.
Die ersten Sonnenstrahlen weckten Darnassus aus einer weiteren unruhigen Nacht. Vor dem Tempel des Mondes herrschte ein reges Treiben. Bereits vor Sonnenaufgang berichteten zahlreiche Späher der Dunkelküste von vermehrten Aktivitäten der schwarzen Drachen. Mondpriesterin Tyrande und König Varian Wrynn riefen ihre Generäle zu einer Krisensitzung vor den Toren des Tempels herbei, an der auch Abraxasar und Gimply teilnahmen.
„Im verbrannten Dorf Auberdine wurden in den frühen Morgenstunden mehrere hundert Drakoniden gesichtet. Außerdem gingen einige schwerer Schlachtschiffe an der Küste vor Anker. Tyrande und ich denken, dass alle nicht-flugfähigen Drachen in Ruth’theran einfallen wollen.“, erklärte König Wrynn seinen Generälen. Gimply kratzte sich am Kopf und schaute Abraxasar an. „Es würde keinen Sinn machen, wenn die Drachen in Ruth’theran an Land gehen. Das Portal nach Darnassus wurde deaktiviert, und kann nur vom Tempel des Mondes wieder reaktiviert werden.“, sprach Abraxasar.
„Wir dürfen diese deutlichen Anzeichen nicht ignorieren! Ich fordere die Befestigung des Portals und Ruth’therans!“, brüllte ein anscheinend hochrangiger Zwerg durch die Menge. Abraxasar verließ Kopfschüttelnd die Versammlung. Ein wenig verwirrt folgte Gimply seinem Anführer. „Was ist los?“, hakte Gimply nach. „Diese Narren besiegeln unseren Untergang.“ – „Inwiefern? Ich denke es wäre nicht schlecht, wenn wir beide Eingänge nach Darnassus absichern.“, meinte der kleine Gnom skeptisch. Abraxasar ging mit ihm über eine prachtvolle Brücke zur Bank Darnassus’. „Nun spuck es endlich aus!“, drängte Gimply, diesmal schon deutlich energischer. Er hasste es abgrundtief, wenn Abraxasar ihm wichtige Informationen verheimlichen wollte.
„Es ist offensichtlich, das es sich bei dem Vorgehen der Drachen um eine Falle handelt. Wenn wir unsere begrenzte Truppenstärke innerhalb von Darnassus nun noch weiter verringern, sind die Zivilisten und alle anderen fast schutzlos.“, erklärte Abraxasar und durchwühlte einen riesigen Tresor, das offizielle Schließfach der Dreizehn Siegel. Tief aus eben jenem Tresor holte er schließlich einen Brief heraus, adressiert an Tirion Fordring.
„Fordring?“, fragte Gimply verdutzt. „Ich hatte gehofft, diese Befehle niemals an die Silberne Hand schicken zu müssen, aber wir haben nun keine andere Wahl mehr.“, erklärte Abraxasar. „Befehle? Was hast du nun wieder vor?“ – „Ich werde eine wichtige Sondersitzung der Dreizehn Siegel einberufen, dort werde ich alles weitere erklären. Informiere bitte unsere Mitglieder an den Wachposten, jeder muss anwesend sein, auch Vidsyn.“
„Warum hast du uns alle hier versammelt?“, fragte Jhoro ein wenig verwirrt im Kommandoraum der Dreizehn Siegel. Der Saal platzte förmlich aus allen nähten. Abraxasar versammelte ausnahmslos alle Mitglieder, so dachte er jedenfalls. Allerdings fehlte ein wichtiges Mitglied…
„Meine Freunde, es wird Zeit zu handeln. Die Allianz ist im Begriff unser aller Todesurteil zu unterzeichnen. Eine Befestigung Ruth’therans würde in einer Katastrophe enden.“, begann Abraxasar zu erklären. Aus seiner Robe zog er schließlich den ominösen Brief für Tirion Fordring und hielt in die Luft. „In diesem Brief befinden sich Befehle für einen massiven Großangriff auf alle wichtigen Städte Azeroths.“
Stille durchdrang den großen Saal. Viele begannen nun das erste Mal an Abraxasar zu zweifeln. Ein Großangriff war vollkommen unmöglich, da die Allianz über keine Armeen mehr verfügte.
„Und mit welchen Truppen soll dieser Angriff ausgeführt werden?“, fragte Vidsyn skeptisch nach. „Wie viele von euch vielleicht wissen, legte ich meine Existenz als Aeonus nach Vidsyn’s Entführung durch Nefarian ab. Ich hatte versagt. Mir war es nicht möglich, diese Wendung der Ereignisse vorauszusehen, ich war nicht in der Lage Vidsyn und uns alle vor diesem Krieg zu bewahren. Doch habe ich Aufgrund meiner Vergangenheit noch immer gute Kontakte zu gewissen Personen.“, erklärte Abraxasar und stand nun von seinem Stuhl auf. „Tirion Fordring wird mit der Silbernen Hand einen Angriff auf das Schlingendorntal beginnen. Er wird die Drachen in einen direkten Kampf verwickeln. Nefarian wird auf diesen Angriff reagieren müssen.“
Vidsyn war von diesem Vorhaben sehr überrascht. Selbst wenn die Silberne Hand in der Beutebucht über genügend Truppen verfügt, so würde ihre Stärke gegen die schwarzen Drachen niemals ausreichen. „Ihr wollt Fordring in einen Kampf gegen die schwarzen Armeen schicken? Nefarian’s Drachen sind im offenen Kampf fast unschlagbar, das ist ein Himmelfahrtskommando!“, warf Gimply empört ein.
„Wie ich bereits sagte, gewährt mir meine alte Existenz Kontakte. In den letzten Wochen konnte ich die Lebensbinderin davon überzeugen, uns im Kampf gegen Nefarian zu unterstützen. Mondpriesterin Tyrande gelang es außerdem, den grünen Drachenschwarm um Hilfe zu ersuchen. Wenn sie Erfolg hatte, werden uns in diesem Kampf Alexstrasza und der gesamte rote Drachenschwarm, sowie die Träumerin Ysera mit ihrem grünen Drachenschwarm zur Seite stehen. Alexstrasza und Ysera sind die Hüter des Lebens und der Natur Azeroths, mit ihrer Hilfe werden wir das Blatt in diesem Krieg wenden können.“, sprach Abraxasar weiter. Plötzlich brach ohrenbetäubender Jubel unter den Mitgliedern der Dreizehn Siegel aus. Vidsyn allerdings gefiel dieser Gedanke ganz und gar nicht. Als Tochter Nefarians würden die Roten und Grünen Drachen nicht gut auf sie zu sprechen sein. Mit einer Handbewegung bat Abraxasar den Saal um Ruhe.
„Für Jubel ist es leider noch zu früh, meine Freunde. Vor uns liegt ein harter Kampf, den viele von uns vielleicht nicht überleben werden. Seid euch dessen bewusst. Ich werde unverzüglich die Befehle an Tirion senden, unsere Aufgabe wird es indessen sein, Darnassus bis zum Eintreffen von Alexstrasza zu halten. Mit ihrer Hilfe werden wir in einem riskanten Ausfall, die Drachen in Auberdine angreifen, und damit die Belagerung von Darnassus beenden.“
Langsam bekam Vidsyn Magenschmerzen. Wenn Alexstrasza tatsächlich nach Darnassus kommt, muss sie sich einem der mächtigsten Drachenaspekte stellen. Alexstrasza war zwar für ihr großes Mitgefühl bekannt, doch wusste Vidsyn nicht, wie sie bei der Tochter von Nefarian reagieren würde.
Abraxasar erklärte seinen Mitgliedern das weitere Vorgehen. Alle Hoffnung lag nun bei Tirion Fordring und der Silbernen Hand. Abraxasar erklärte, das Fordring seine Truppen mit denen des Grünen Schwarms in der Beutebucht vereinen würde, und dann ein Feldzug bis Sturmwind beginnt. Sturmwind war in diesem Krieg eine Schlüsselposition. Sowohl die Eisenschmiede, als auch der Schwarzfels lagen in direkter Reichweite, ein unschätzbarer Vorteil für die Allianz. Eine Festung direkt vor Nefarian’s Haustür, würden zukünftige Angriffe schneller und sicherer werden lassen. In den frühen Abendstunden beendete Abraxasar schließlich die Sitzung der Dreizehn Siegel, und ordnete erhöhte Wachsamkeit an. Besonders das Portal nach Ruth’theran sollte rund um die Uhr unter Aufsicht stehen. Langsam verließen die Dreizehn Siegel den großen Saal und ließen Abraxasar mit Gimply, Vidsyn und Raven zurück.
Vidsyn saß gedankenverloren auf ihrem Stuhl. Schweißperlen liefen von ihrem Gesicht herab. Ohne Vorwarnung spielten sich wieder verwirrende Bilder vor ihrem Auge ab. Ihr Atem wurde schwerer, sie fühlte sich erbärmlich. „Aufhören…“, murmelte die Schurkin und hielt sich mit beiden Händen ihren Kopf. Wie eine unaufhaltsame Flut durchdrangen längst vergessene Erinnerungen ihren Geist. Sie fand sich plötzlich im Ausbildungslager von Nordhain wieder. Gimply stand vor ihr und fluchte in seiner grellen Stimme. Sekunden später befand sie sich erneut an Bord des Schiffes nach Theramore. Nefarian, ein brutaler Mord, Blut, unvorstellbare Qualen.
Gimply beobachtete die Schurkin, doch konnte er in diesem Augenblick nichts für sie tun. „Schafft sie es?“, fragte er plötzlich Abraxasar. Dieser saß mit geschlossenen Augen neben ihm und flüsterte unverständliche Worte. Eine Sprache, die selbst Gimply nicht kannte. Raven saß derweil neben Vidsyn und hielt ihre Hand. Vidsyn hätte am liebsten Geschrien. Die Flut der Erinnerungen schien einfach kein Ende zu nehmen.
Die Schurkin bahnte sich ihren Weg durch die Vergangenheit. Sie fand sich erneut in Süderstade wieder. Nefarian flog über dem Dorf und bereitete seine vernichtende Feuersbrunst vor. Panik durchdrang Vidsyn. Raven spürte deutlich, wie sich Vidsyn’s Hand fest um seine klammerte.
Nach weiteren Minuten verstummte Abraxasar. Er öffnete wieder seine Augen und seufzte. Abraxasar klärte Gimply und Raven bereits am Vortag über dieses Ereignis auf. Raven gefiel es zwar garnicht, das Vidsyn leiden musste, doch war dieser Weg nicht zu vermeiden.
Vidsyn atmete noch immer schwer, doch waren die Bilder in ihrem Kopf endlich verstummt. „Was… war das?“, murmelte sie leise. „Ich habe deine Bruchstückhafte Vergangenheit zusammengefügt, Vidsyn. Durch die Berührung mit deinem Schwert, kehrten Erinnerungen an die Zeit vor den Dreizehn Siegel zurück, doch verschwanden dabei jegliche Erinnerungen an uns. Diesen Fehler habe ich nun versucht zu beheben. Verzeih mir, das ich in deinen Kopf eingedrungen bin.“, erklärte Abraxasar so sachlich wie möglich. Dieser Ausflug in die Gedanken von Vidsyn war auch für ihn sehr strapazierend. „Ich… muss mich ausruhen.“, sagte Vidsyn erschöpft. In ihrem Kopf hämmerte es äußerst Schmerzhaft. Abraxasar nickte, und bat Raven, sie zu ihrem Zimmer zu geleiten. Abraxasar wusste nicht, ob er Erfolg hatte, doch bereitete ihm Momentan etwas anderes mehr Sorgen. Bei der Sitzung der Dreizehn Siegel fehlte Honigblume.
Sie benahm sich schon seit einigen Tagen äußerst Merkwürdig.
„Wie geht es dir?“, fragte Raven besorgt, als er Vidsyn zu ihrem Raum begleitete. „Mir ging’s schon mal besser. Abraxasar hat in meinem Kopf rumgewühlt, wie würdest du dich da fühlen?“, gab Vidsyn giftig zurück. Raven zuckte mit den Schultern und öffnete der Schurkin die Tür zur ihrem Raum. Vidsyn ging zielgerichtet auf das große Bett zu, das einzige was sie im Moment wollte. Mit Erleichterung schmiss sie sich hinein und schloss ihre Auge. Ein seltsames Gefühl übermannte die Schurkin, als wäre sie aus einem Traum erwacht. Sie konnte sich ganz genau an die Dreizehn Siegel und ihre Niederlage in Süderstade erinnern. Und sogar an das, was nach ihrem Fall geschah. Es bereitete ihr eine große Angst. Sobald es ihr wieder besser ginge, würde sie sofort mit Abraxasar reden. Das erste Mal in ihrem Leben, konnte sich Vidsyn an Teile ihrer Zeit vor der Ausbildung in Nordhain erinnern. Nur Verstand sie einfach nicht, warum ihr einzig die Begegnung mit Raven klar wurde. Diese Frage beschäftigte sie sehr, dabei stand die Wahrheit nur zwei Meter neben ihr.
„Raven, was habe ich nach unserem Treffen in Brill getan?“, fragte sie frei heraus. Ein bisschen von dieser Frage überrumpelt, wusste er nicht wie er anfangen sollte.
„Was meinst du? Soll ich dir jetzt fast einhundert Jahre erklären?“, hakte er perplex nach. Vidsyn schüttelte den Kopf und nahm eine ihrer sehr langen Stränen in die Finger. „Ich glaube, ich möchte nicht alles wissen. Ich meine nur… was war ich für ein Mensch?“, gab sie unsicher zurück. Sie machte sich große Sorgen, dass sie etwas schlimmes getan hat. Durch ihre wiederkehrende Vergangenheit veränderte sich auch allmählich ihr Charakter wieder. Blutrünstige Mordgedanken waren ihr fremd, niemals hätte sie das getan, was ihre Erinnerungen plagt. Die ‘alte’ Vidsyn, die naive Schurkin, die niemals etwas Unrechtes getan hätte, war zurück.
Raven seufzte und setzt sich auf die Bettkante. Versuchend einen Anfang zu finden, kratzte er sich am Kopf und dachte nach.
„Also, als du mich zu deinem Chevalier gemacht hast… öhh… zu Aller erst, hast du mir beigebracht, das du mein Meister bist und ich nur ein niederes Geschöpf…“ – Vidsyn musste schlucken. – „…und das du die neuste kranke Idee deines Vaters jagst. Zu deiner Zeit bei dem schwarzen Drachenschwarm, hast du deinem Vater wohl bei seinen Experimenten geholfen. Für besagte kranke Idee, hast du wohl dein adeliges Blut für diese Abaddon zur Verfügung gestellt.“, erzählte Raven fast schon emotionslos. Für Vidsyn brach in diesem Augenblick eine Welt zusammen. Ausgerechnet sie hatte diese Abaddon zu verantworten. „Mit meinem B-Blut?“, hakte sie vorsichtig nach.
„Da du ein direkter Nachfahre von Todesschwinge bist, ist dein Blut ein wahrer Jungbrunnen. Du regenerierst Wunden sehr viel schneller als normale Menschen. Darüber hinaus hast du unfassbare Kräfte, im Kampf, wie auch im Geiste. Mit deinem Blut hat Nefarian die Abaddon gezüchtet. Die Dinger sind unglaublich Stark und Abgehärtet. Mit normalen Waffen kann man die Mistkerle fast gar nicht umlegen, die ganze Haut besteht aus dicken Panzerplatten. Und selbst wenn du dem ‘n Arm abhackst, regeneriert er sich sehr schnell.“, erzählte er weiter.
Langsam wurde es Vidsyn sehr flau im Bauch.
„Aber wenn diese Abaddon so schwer zu töten sind, warum hab dann ausgerechnet ich sie gejagt?“ – „Weil dein Blut einen eher schlechten Effekt auf die Abaddon hat. In deinem Schwert sind einige Kerben eingearbeitet. Wenn du dir also zum Beispiel in die Hand schneidest, und dein Blut durch diese Kerben bis in die Schneide laufen lässt… naja, wenn du dann einen Abaddon erwischst, wird er sofort versteinert. Warum weiß ich allerdings auch nicht.“, ergänzte Raven und schaute Vidsyn an. Die Schurkin versuchte das eben gehörte irgendwie zu verstehen. Durch sie wurden die Abaddon erschaffen, und nur sie konnte sie auch wieder töten.
„Ich denke das reicht für heute. Danke.“, meinte Vidsyn gedankenverloren. Ohne weiter auf Raven zu achten, schloss sie ihre Augen und versuchte schnell einzuschlafen.
Kapitel 19 – Kampf im Inneren
Eine angespannte Stimmung herrschte in der Kommandozentrale der Dreizehn Siegel. Vidsyn nahm auf einem der zahlreichen Stühle Platz, die rund um den riesigen Tisch aufgestellt waren. Raven, den alle Anwesenden zurecht fürchteten, stand wie ein Wachhund hinter ihr. Nun waren die Dreizehn Siegel endlich wieder vereint, doch wollte sich einfach keine richtige Freude bei den Mitgliedern einstellen. Jhoro, Boomy, Saba, Honigblume und vor allem Gimply erkannten Vidsyn einfach nicht wieder. Eine kalte, fast schon böse Aura ging von ihr aus. Selbst als Vidsyn vor einem Jahr ihr Schicksal als Drache erkannte, kämpfte sie immer zum Wohle der Allianz und hegte keine bösen Gedanken. Doch scheint die Vidsyn von Damals noch immer in einem Schlaf gefangen zu sein… oder sie existiert nicht mehr.
„Abraxasar nehme ich an, richtig?“, sagte Vidsyn in ihrem mittlerweile typischen monotonen Ton. Abraxasar nickte und schaute der Schurkin in die Augen. Eine Situation die Abraxasar sich nicht gewünscht hatte trat ein. „Also ist dies hier der jämmerliche Rest, den die Allianz zur Verteidigung der Königreiche aufgestellt hat?“, fragte die Schurkin nach und fixierte Abraxasar. Erneut nickte der Anführer der Dreizehn Siegel nur und schwieg. Er versuchte einen Reim auf das seltsame Verhalten der Schurkin zu finden, doch war diese Lösung schwerer zu finden, als er erhofft hatte.
„Wie steht es um Azeroth?“, fragte Vidsyn frei heraus und verschränkte ihre Arme. Abraxasar seufzte. „Nicht gut, Vidsyn. Nefarian konnte mit Hilfe des Lichkönigs eine beachtliche Armee aus niederen Drachen aufstellen. Seine Heere zogen Mordend durch die östlichen Königreiche und löschten jeden Widerstand auf der Stelle aus. Sturmwind, Unterstadt, ja selbst die mächtige Eisenschmiede konnte der Invasion nichts entgegen stellen. Momentan bleiben der Allianz nur noch zwei sichere Standorte. Darnassus, in dem ihr euch nun befindet und die Beutebucht.“, erklärte Abraxasar in einem möglichst ruhigen Ton, doch war nun selbst er bei dem Anblick Vidsyn’s nervös.
„Kalimdor?“, hakte Vidsyn nach und legte ihre Stirn in Falten.
„Die Horde blieb weitestgehend verschont. Onyxia griff zwar in den Krieg mit ein, doch wurde sie bereits im Brachland durch eine Geheimwaffe der Horde gestoppt. Ein untoter Drache, den die Verlassenen erschaffen haben. Alle Mitglieder der Horde befinden sich momentan in Orgrimmar oder Donnerfels. Silbermond und die Unterstadt sind ebenfalls gefallen.“, erklärte Abraxasar erneut. „Ihr erwähntet die Beutebucht, warum fiel dieser dreckige Ort nicht auch meinem Vater zum Opfer?“, meinte Vidsyn beiläufig, als sie ihr Schwert betrachtete.
„Tirion Fordring hat kurz nach Kriegsbeginn den Argentumkreuzzug gegründet. Anscheinend gab es einen Zwischenfall an der Kapelle des hoffnungsvollen Lichts mit dem Lichkönig, der ihn zu diesem Schritt bewegte. Der Kreuzzug ist momentan unsere einzige Hoffnung, um Nefarian zu stoppen. Er wählte die Beutebucht als vorübergehenden Stützpunkt in diesem Krieg, da die Bucht relativ leicht zu verteidigen sei.“
Vidsyn hörte Abraxasar aufmerksam zu und dachte nach. Tirion Fordring, sie kannte diesen Mann sehr gut. Ein vom Licht fehlgeleiteter Bastard. Sein alter Orden, die Silberne Hand, war Vidsyn nur allzu vertraut. Wenn Fordring seine Finger im Spiel hat, würden es doch nicht so einfach werden, ihre Pläne in die Tat umzusetzen. Doch allein die Tatsache, das ihr Vater derartig schwach geworden war, erfreute sie sehr. Der Nefarian, den Vidsyn kannte, wäre lieber ehrenvoll Abgetreten, als sich vom Lichkönig unterwerfen zu lassen. Vidsyn bekam weitaus mehr Informationen als sie gedacht hatte, ein sehr erfolgreiches Gespräch. Doch blieb eine Frage noch offen.
„Wie weit ist die Epidemie ausgebrochen?“, fragte Vidsyn und blickte von ihrem Schwert auf, in die entsetzten Gesichter aller Anwesenden. Sie alle wussten, das Vidsyn ein langes Jahr lang geschlafen hatte, sie hätte nichts von den Abaddon wissen dürfen. Selbst Abraxasar schien diese Frage sehr zu überraschen, da er lange mit seiner Antwort zögerte.
„Die Epidemie ist auf allen Kontinenten ausgebrochen, selbst in der Scherbenwelt gibt es vereinzelt Berichte über Sichtungen von Abaddon.“
Vidsyn gab keine Antwort. Sie hatte gehofft, das die Epidemie noch nicht ausgebrochen sei. Abaddon’s sind sehr lästige Kreaturen, die das weitere Handeln stark stören könnten.
„Also gut, ich denke das reicht vorerst.“, sagte Vidsyn und stand von ihrem Stuhl auf. „Gimply, zeige Vidsyn und ihrem Begleiter bitte ihren Raum. Vidsyn, ihr dürfte hier solange verweilen wie ihr möchtet. Ich würde morgen gerne noch einmal mit euch reden.“, sprach Abraxasar und stand nun ebenfalls auf. Gimply stand bereits an der Tür und beobachtete Vidsyn genau. Seit dem Wiedersehen mit ihr fühlte er ein sehr ungutes Gefühl in sich aufkeimen. Vidsyn nickte Abraxasar beiläufig zu und ging auf Gimply zu. Raven folgte ihr mit einem sehr zufriedenen Grinsen.
Einige Minuten später führte Gimply seine ‘Gäste’ zu einem Tür, unweit entfernt vom Kommandoraum. „Das hier ist dein Raum. Wenn du etwas brauchst, sag’s mir.“, meinte Gimply und stellte sich neben die Tür. Vidsyn beachtete den Gnom nicht weiter und öffnete die Tür zu einem außerordentlich geräumigen Zimmer. Ein großes Doppelbett, das einzige was Vidsyn in diesem Augenblick interessierte, stach ihr sofort ins Auge. Zusammen mit Raven betrat sie das Zimmer und knallte Gimply regelrecht die Tür vor der Nase zu.
Gimply seufzte und trat den Rückweg zu Abraxasar an. Sein ungutes Gefühl wurde erneut bestätigt. Langsam bekam er das Gefühl, dass dieser Raven nicht ganz unschuldig war an dieser Situation.
„Was hast du vor?“, fragte Raven als er sich auf das riesige Bett schmiss und an die Decke starrte. „Diese Dreizehn Siegel könnten noch von nutzen sein. Ich sollte mir noch Zeit lassen sie zu beseitigen.“, erklärte Vidsyn und setzte sich auf die Bettkante gegenüber von Raven.
„Du willst den Verein hier auslöschen? Da hast du dir aber viel vorgenommen. Ich weiß nicht ob das eine so gute Idee ist.“, meinte Raven stirnrunzelnd. Vidsyn krabbelte über das Bett zu Raven und beugte sich direkt über sein Gesicht. Raven’s Herz explodierte förmlich. Seit einer halben Ewigkeit hatte er auf diesen Augenblick gewartet. „Vertrau mir, mein Chevalier. Doch muss ich mich noch bei dir bedanken, dass du mich aus diesem endlosen Schlaf befreit hast. Lass mich dir erkenntlich zeigen.“, sagte Vidsyn leise und das erste mal seit ihrem Erwachen lächelte sie.
Zurück im Kommandoraum platzte Gimply in eine hitzige Diskussion der Mitglieder herein.
„Vidsyn kann sich an nichts erinnern, sie weiß nicht einmal mehr, wer wir sind!“, brüllte Honigblume vollkommen aufgelöst durch den Raum. Zusammen mit den anderen Mitgliedern der Dreizehn Siegel saß sie an dem großen Tisch.
„Trotzdem bleibt Vidsyn unsere einzige Möglichkeit, diesen sinnlosen Krieg in den östlichen Königreichen zu beenden. Wir müssen darauf vertrauen, dass sie ihre Erinnerungen an uns bald wieder erlangen wird.“, erklärte Abraxasar ruhig. „Und was wenn nicht? Eine böse Präsenz geht von ihr aus, momentan kann niemand einschätzen, was sie tun wird.“, sagte Gimply und setzte sich nun ebenfalls an den Tisch. „Ich traue diesem Raven nicht. Mich würde es nicht wundern, wenn er seine Finger im Spiel hat und Vidsyn irgendwie manipuliert.“, fügte er hinzu und verschränkte seine kurzen Arme. Abraxasar seufzte und steckte sich seine Pfeife an.
„Raven hat nichts mit dem fragwürdigen Verhalten von Vidsyn zu tun. Er fungiert als ihr persönlicher Vertrauter, er tut das, was sie ihm aufträgt. Nicht mehr und nicht weniger. Raven ist ein Chevalier.“, erklärte Abraxasar und nahm einen tiefen Zug seiner Pfeife.
„Ein Chevalier? Ich habe in einem Buch über so einen Chevalier gelesen. Sie wurden von ihrem ‘Meister’ aus dem Reich der Toten zurückgeholt und dienen diesem dann ohne Widersprüche. Ich hätte nie gedacht das dieser Raven ein Chevalier ist.“, meinte Gimly und kratzte sich nachdenklich am Kopf.
„Raven scheint bereits seit dem ersten Krieg ein Chevalier zu sein.“, fügte Abraxasar hinzu. „Dort wo sein Tagebuch plötzlich aufhört, muss die Verwandlung stattgefunden haben. Vidsyn hat ihn während eines Zwischenfalles in Brill zu ihrem Vertrauten gemacht.“
„Zwischenfall?“, hakte Gimply sofort nach.
„Ich habe mir die Freiheit genommen, einige Notizen aus den Archiven von Brill zu studieren. Anscheinend gab es während des ersten Krieges einen Ausbruch einer Epidemie in Tirisfal. Noch heute herrscht absolutes Stillschweigen über diese Epidemie, nur wenige Personen wissen davon. Eine unbekannte Person löste das Problem mit den Abaddon und ließ nur wenige Überlebende zurück, wahrscheinlich meinten sie damit Vidsyn. Allerdings weiß ich noch immer nicht, warum Vidsyn damals die Abaddon gejagt hat und vor allem, wie sie diese Kreaturen töten konnte.“, erklärte Abraxasar seinen Mitgliedern. „Wir sollten nur allerdings alle etwas schlafen. Ich bin mir sicher, das es für alle ein anstrengender Tag war. Morgen werden wir alles weitere besprechen. Das Licht sei mit euch.“, fügte Abraxasar freundlich hinzu.
Der nächste Tag brach über Darnassus herein. Ein weiterer Tag unter der Kontrolle des schwarzen Drachenschwarms. Bereits in den frühen Morgenstunden berichteten Späher über vermehrte Aktivitäten der Drachen in den Ruinen von Dolanaar und Auberdine, ein weiterer Angriff stand anscheinend unmittelbar bevor. Des Weiteren erreichten besorgniserregende Neuigkeiten aus Beutebucht die Oberbefehlshaber der Allianz.
Abraxasar rief seine Mitglieder und Vidsyn zu einem entscheidenden Treffen in den Kommandoraum der Dreizehn Siegel. Nachdem alle noch etwas schläfrig ihre Plätze eingenommen hatten begann Abraxasar.
„Meine Freunde, es gibt leider sehr schlechte Neuigkeiten. Heute Nacht infiltrierte der schwarze Drachenschwarm die Beutebucht und zwang den Argentumkreuzzug zum sofortigen Rückzug.“
Eine entsetzte Stille lag in der Luft. „Wohin hat sich der Kreuzzug zurückgezogen?“, fragte Vidsyn monoton nach. „Der Kreuzzug und ein Großteil des Dampfdruck-Kartells konnte mit Schiffen flüchten. In diesem Augenblick befestigen sie das leere Sturmwind gegen die Drachen.“, sagte Abraxasar. Raven konnte nicht anders, er lachte lauthals los. Vidsyn drehte ihren Kopf langsam zu ihm und funkelte ihn böse an. „Was ist daran so witzig, Raven?“, platzte es aus Gimply heraus. „Nichts, es ist nichts.“, sagte er und versuchte dabei ein ernstes Gesicht zu machen. Vidsyn freute sich über diese Wendung der Ereignisse. Wenn der Kreuzzug nun in Sturmwind war, würden sie die folgende Nacht nicht überleben. Raven’s Berichte sprechen von unzähligen Abaddon in der Stadt. Er selbst konnte nur mit Mühe zusammen mit Vidsyn aus der verfluchten Stadt entkommen.
„Wir müssen sofort handeln und unsere Pläne beschleunigen. Fordring bat die Dreizehn Siegel und die Allianz um Hilfe in diesem Krieg. Wir werden die Speerspitze in einem Großangriff gegen Nefarian bilden. Irene, erläutere bitte den Plan.“, sprach Abraxasar und deutete auf Irene, die wieder neben ihrem Zeichenbrett stand. Erneut schnippte sie mit ihren Fingern und eine genaue Skizzierung des Schwarzfelses erschien vor allen Anwesenden. Der gigantische Eingang des Berges, eine Art unterirdische Höhle und ein System aus verschiedenen Hallen, welches als Pechschwingen-Hort bekannt war.
„Der Angriff gegen Nefarian wird in drei Phasen verlaufen. Bei diesem Angriff werden wir allerdings nicht alleine kämpfen. Thrall, der Kriegshäuptling der Horde, hat uns seine Hilfe zuversichert. In Phase Eins werden wir die Hilfe der Horde auch dringend benötigen.“, erklärte Irene und holte tief Luft. Vidsyn verschränkte ihre Arme und hörte dieser Frau aufmerksam zu. „Phase Eins wird ein Ablenkungsmanöver darstellen. König Wrynn und Tyrande schicken eine beachtliche Anzahl von Truppen in den alten Stützpunkt der Horde im Ödland, Kargath. Dort werden sich unsere Truppen mit denen der Horde vereinen und die Drachenarmee aus dem Schwarzfels locken. So jedenfalls die Theorie. Wenn die Drachenarmee auf dieses Manöver herein fällt, wird sie den Schwarzfels fast schutzlos zurücklassen. Wir gehen von wenigen hundert Drakoniden aus, die zur Verteidigung zurückbleiben werden.“, sprach Irene und deutete dann auf die höhlenartige Skizzierung auf dem Zeichenbrett.
„In Phase Zwei werden die Dreizehn Siegel und einige weitere Spezialeinheiten den Schwarzfels infiltrieren. Das primäre Ziel wird dann diese Höhle sein. Es steht fast sicher, dass dort Nefarians Drachen gezüchtet werden, also ihre Brutstätte ist. Die besten noch lebenden Magier der Allianz werden sich um diese Brutstätte kümmern und dafür sorgen, dass nie wieder ein Drache das Licht der Welt erblicken wird.“, erzählte sie weiter und deutete anschließend auf den Pechschwingen-Hort. Viele der Anwesenden ahnten bereits um was es sich bei Phase Drei handelt.
„In Phase Drei müssen wir in den Pechschwingen-Hort eindringen und Nefarian ein für allemal töten. Der Hort wird wahrscheinlich schwer bewacht sein, darum können wir nur eine kleine Einheit hinein bringen, ohne sofort entdeckt zu werden. Einen offenen Kampf dürfen wir unter keinen Umständen riskieren.“, beendete Irene ihren Vortrag und übergab das Wort wieder an Abraxasar.
„Vidsyn, ich möchte das ihr euch um die Beseitigung von Nefarian kümmert. Gimply, Honigblume und Raven werden euch bei diesem Unterfangen begleiten.“, sagte Abraxasar zu Vidsyn gerichtet. Vidsyn gab auf die Frage keine Antwort.
Ein wohl durchdachter Plan, doch hatte er an allen Ecken und Kanten Fehler. Vidsyn wusste genau, dass diese Höhle keine Brutstätte, sondern ein Ausbildungsplatz für die Drakoniden war. Frisch geschlüpfte Drachen und sogar einige Großdrachen würden dort sein, das sichere Todesurteil für jeden der die Höhle betritt. Auch würden die Streitkräfte in Kargath nicht lange durchhalten. Abraxasar vergaß, das er gegen schwarze Drachen und nicht gegen ein paar ungebildete Gnolle antrat. Einen offenen Kampf gegen den schwarzen Schwarm zu überstehen würde an ein Wunder grenzen. Nur der Teil mit dem ‘Nefarian töten’ gefiel ihr. Allerdings würden ein Gnom und ein Draenei sie nur behindern. Doch würde es nicht auffallen, wenn die beiden in der Hitze des Gefechts leider sterben.
Vidsyn war erstaunt, wie naiv dieser Abraxasar doch war. Von einem großen Anführer der Allianz hätte sie deutlich mehr Kombinationsgabe erwartet.
„Nefarian wird bald tot sein. Mit diesem Plan werden wir Nefarian unverhofft erwischen, mit einem direkten Angriff würde er niemals rechnen.“, sagte Vidsyn sehr glaubwürdig. Abraxasar schloss seine Augen und verfluchte Vidsyn innerlich. Sie reagierte genau so, wie er vermutet hatte.
„Der Angriff wird in wenigen Tagen beginnen. Bereitet euch auf diesen Tag gut vor, denn es könnte unser letzter sein.“, sprach Abraxasar und öffnete wieder seine Augen. Vidsyn und Raven standen von ihren Stühlen auf und gingen auf den Ausgang des Raumes zu. „Wir danken für deine Hilfe, Königin der Klingen.“, sagte Abraxasar, ohne Vidsyn anzuschauen. Er starrte leer in die Luft und wartete auf die Antwort Vidsyn’s.
„Sehr gerne.“, gab diese kurzgebunden zurück und verließ gemeinsam mit Raven den Raum. Einige Minuten des Schweigens vergingen. Gimply wollte gerade von seinem Stuhl aufstehen, als Abraxasar erneut das Wort ergriff.
„Es wird keinen Angriff geben.“, sagte er diesmal fast schon kraftlos. Allen Anwesenden im Raum wich jegliche Farbe aus dem Gesicht, nur Irene schien nicht überrascht zu sein. Sie wurde als einzige in Abraxasar’s Plan eingeweiht. Einen Plan, um Vidsyn’s wahre Natur an den Tag zu bringen.
„Die Beutebucht wurde nicht angegriffen. Fordring plant derzeit seinen Aufbruch nach Nordend.“, fügte er hinzu. „Warum erzählst du dann so einen Quatsch?“, fragte Gimply empört nach.
„Die gestrigen Ereignisse haben mich zu dieser Entscheidung gedrängt. Würde dieser Plan in die Tat umgesetzt werden, würden tausende unserer Soldaten in einem aussichtslosen Kampf sterben. Die schwarzen Drachen sind praktisch unbesiegbar in einem offenen Kampf. Vidsyn weiß das genau. Desweiteren ist diese Höhle keine Brutstätte, sondern eine Art Ausbildungslager für junge Drachen. Ein Eindringen in diese Höhle würde unseren sichern Tod bedeuten. Auch hier bin ich mir sicher, das Vidsyn genau davon weiß. Der Schwarzfels ist im Moment uneinnehmbar, jeder Angriff würde erbarmungslos scheitern. Vidsyn hat diesem Plan nur aus einem einzigen Grund zugestimmt, nämlich um die Dreizehn Siegel und einen Großteil der Allianz schnell und effizient verschwinden zu lassen.“, erklärte Abraxasar und schloss erneut seine Augen.
Honigblume sprang von ihrem Stuhl auf und brüllte Abraxasar mit feuchten Augen an. „Woher willst du das so genau wissen? Vidsyn würde uns niemals ans Messer liefern!“
Gimply, Jhoro, Saba und selbst Boomy wussten auf diese Geschichte nichts zu antworten. Sie alle konnten sich eine derart kalte und durchtriebene Vidsyn nicht vorstellen. Doch spürten sie alle diese böse Aura um Vidsyn herum. Abraxasar schien erneut mit seinen Vermutungen recht zu haben.
„Was sollen wir jetzt tun?“, fragte Gimply seinen Anführer. „Das weiß ich leider auch nicht… wir sollten aber allmählich anfangen zu beten.“
Vidsyn fluchte innerlich. Zusammen mit Raven verharrte sie vor dem Kommandoraum und hörte jedes einzelne Wort mit. Es wäre einfach zu schön gewesen, wenn sich alle Probleme auf einen Schlag hätten lösen können. Langsam machte sie sich mit Raven auf den Weg zu ihrem Raum. Dort angekommen verschloss sie die Tür hinter sich und setzte sich auf einen der zahlreichen Stühle, während es sich Raven auf dem Bett gemütlich machte. Vidsyn seufzte unüberhörbar.
„Dieser Abraxasar ist doch kein alter Narr, wie ich erst dachte. Mir diese Falle zu stellen war ein sehr guter Schachzug seinerseits. Wir müssen nun sehr vorsichtig vorgehen.“, meinte Vidsyn. „Warum sollte dieser Kreuzzug nach Nordend aufbrechen wollen?“, fragte Raven die Schurkin. „Wenn ich das wüsste… wahrscheinlich um einen sinnlosen Angriff auf den Lichkönig zu starten. Vielleicht erhofft er sich dadurch Frieden in den östlichen Königreichen.“, sagte Vidsyn schulterzuckend. Dieser Kreuzzug war ihr momentan komplett egal, ihre gesamte Aufmerksamkeit schenkte sie diesem Abraxasar. Er könnte für ihre Pläne lästiger werden als alle Abaddon zusammen. Sie könnte die Dreizehn Siegel ohne Probleme auslöschen, doch hätte sie dann die Armeen der Allianz, der schwarzen Drachen und wohl möglich sogar der Horde im Nacken. Doch war sich Vidsyn einer Sache im Klaren:
Die Entscheidung in diesem Krieg rückte näher und sie wollte gewiss nicht als Verlierer das Feld verlassen.
